Sammelbände

Christian Krachts Weltliteratur //
Eine Topographie

Mit jedem neuen Text des Schweizer Schriftstellers Christian Kracht weitet sich die Topographie seiner literarischen Schauplätze aus und erstreckt sich nach und nach über den gesamten Globus. Damit schreibt Krachts Werk Weltliteratur in einem zeitgemäßen, aufregenden Sinn: Jeder Ort bildet darin einen vorübergehenden Aufenthalt im ästhetischen Dazwischen. Der Band widmet sich den topographischen und poetologischen Dimensionen dieses Schreibens.

Mit Beiträgen von Moritz Baßler, Johannes Birgfeld, Stefan Bronner, Simone Brühl, Claude D. Conter, Randall Halle, Till Huber, Christoph Kleinschmidt, Elias Kreuzmair, Volker Mergenthaler, Eckhart Nickel, Stefanie Roenneke, Laurenz Schulz, Arnim Seelig und Björn Weyand [Inhaltsverzeichnis]

Herausgegeben von Stefan Bronner und Björn Weyand.
Berlin/Boston 2018: De Gruyter. Reihe „Gegenwartsliteratur“, Bd. 1.

„Wer sich dem herausragenden Werk Christian Krachts nähert, benötigt Hilfe. Denn viele seiner Texte und plurimedialen Manifestationen sind und bleiben rätselhaft […]. So wird in 16 Beiträgen dieses Œuvre ‚Jenseits von Oberfläche und Tiefe‘ […] beherzt ausgelotet.“ 

Lutz Hagestedt in Germanistik 60 (2019).

Christian Krachts Weltliteratur ist ein ehrgeiziges und notwendiges Projekt, dem viel gelingt und das Forschern der neuen deutschen Literatur, der Pop-Literatur und der German Studies einiges an Denkanstößen bietet. […] Die Beiträge sind durchgehend sorgfältig recherchiert, ausreichend belegt und intellektuell fordernd. Sie decken dabei ein breites Spektrum an Forschungsthemen ab und werden sich in naher Zukunft in kommenden Publikationen zum Thema zitiert finden. Beinahe alle Autoren haben sich Aspekten zugewandt, die bis dato nicht ausreichend untersucht worden sind; oft ist die Themenauswahl sogar cutting edge.“

Kai-Uwe Werbeck in German Studies Review, Vol. 42, Number 3 (October 2019)

„Die Diversität der hier versammelten Forschungsansätze zeigt eindrucksvoll die verschiedenen Ebenen auf, die Krachts Texte zur Lektüre anbietet. […] Der Band knüpft an die bestehenden Tendenzen in der Kracht-Forschung an, eröffnet aber auch neue Perspektiven. Insbesondere das im Band häufig so benannte und von der Forschung bisher weniger stark beachtete ‚Nebenwerk‘ – v.a. ‚kleine Formen‘ und in Ko-Autorschaft geschriebene Texte – wird mit dieser Aufsatzsammlung in eine zentralere Position gebracht.“

Silvia Boide auf KULT_online Nr. 58 (2019).

„Mag der Titel Christian Krachts Weltliteratur auch auf den ersten Blick etwas großspurig daherkommen, wird schnell klar, dass hier eine Perspektive auf das Kracht’sche Gesamtwerk eingenommen wird, die längst überfällig war.“

Christian Dinger auf litlog.de am 1. April 2019.

Otto Julius Bierbaum //
Akteur im Netzwerk der literarischen Moderne

An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zählte Otto Julius Bierbaum (1865–1910) zu den zentralen Figuren des literarischen Feldes. Die Entwicklung der literarischen Moderne um 1900 ist wesentlich von seinem Wirken geprägt – auch wenn Bierbaums Name in literaturgeschichtlichen Darstellungen der letzten Jahrzehnte oftmals nur am Rande oder gar keine Erwähnung gefunden hat. Ohne sein vielfältiges Schaffen als Lyriker, Prosa- und Theaterautor, als Essayist und Übersetzer, als Herausgeber literarischer Zeitschriften wie der Insel und als Förderer junger Autoren wie Rainer Maria Rilke wäre die Kultur der Jahrhundertwende jedoch eine andere als diejenige, die wir heute kennen. Die Beiträge des Bandes beleuchten die zahlreichen Facetten seines Werks und zeigen Bierbaum als einen durchaus ambivalenten, aber nachhaltig prägenden Akteur im Netzwerk der literarischen Moderne, den es ins literarhistorische Bewusstsein zurückzuholen gilt.

Mit Beiträgen von Wolfgang Bunzel, Gabriele von Glasenapp, Walter Hettche, Carola Hilmes, Kurt Ifkovits, Anne-Rose Meyer, Michael Pilz, Dirk Rose, Christian Schaper, Sebastian Schmitt, Robert Seidel, Erich Unglaub, Bernhard Walcher, Björn Weyand, Bernd Zegowitz und Birgit Ziener [Inhaltsverzeichnis]

Herausgegeben von Björn Weyand und Bernd Zegowitz.
Berlin 2018: Quintus. [Zum Verlag]

„Sicher wird man nicht das heterogene Gesamtwerk Bierbaums ‚retten‘ können. Aber einiges schon, so auf alle Fälle seine beiden großen Zeitromane, selbstverständlich Zäpfel Kerns Abenteuer, vieles aus seiner Kabarettlyrik, vor allem seine literarischen Chansons, und auch manches seiner Kleinprosa. Aber es geht wohl gar nicht so sehr um die ‚Rettung‘ einzelner Werke, sondern darum, seine Persönlichkeit und sein Werk, das in vielerlei Hinsicht so typisch für die Tendenzen in der Literatur um die Jahrhundertwende war, wieder ins Bewusstsein zu heben. […] An dieser Stelle leistet der Studienband tatsächlich Pionierarbeit.“ 

Klaus Hammer auf literaturkritik.de am 5. März 2019.

Bierbaum war „der seinerzeit neben Detlev von Liliencron beliebteste Lyriker, war Kabarettist, Übersetzer des Pinocchio, gefragter Essayist, Autor von Liedern, welche Richard Strauss vertonte, schließlich veritabler Romancier. Da ist es höchst löblich, dass ein Sammelband an die vielen Facetten einer genuin modernen Autorfigur erinnert.“

Erhard Schütz in der Freitag vom 7. Februar 2019.

Der Band macht „den Blick frei […] auf den Künstler als Denker, eingespannt in die kreative Unruhe der Jahrhundertwende. […] So spiegelt sich die Janusköpfigkeit seiner Zeit im faszinierend vielgestaltigen Werk Bierbaums“. 

Christian Jooß-Bernau in der Süddeutschen Zeitung vom Freitag, 4. Januar 2019.

„Umfassend wird dieser unruhige und sich in so viele Bereiche hineinbewegende Geist in diesem Band dokumentiert und ausgeleuchtet. […] Mit der Darstellung von Person und Werk einer kulturgeschichtlich so bedeutenden Figur wie Otto Julius Bierbaum wird ein ganzes Zeitpanorama sichtbar.“

Gerd Holzheimer in Literatur in Bayern, 33. Jahrgang, Heft 134 (Dezember 2018).

Arbeit und Müßiggang in der Romantik

Die Zeit von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ist für die Entwicklung des modernen Arbeitsbegriffs von außerordentlicher Relevanz. Literatur und Künste der Romantik bringen in diesen Prozess spezifische Anregungen ein, weil sie sich nicht auf die von der Aufklärung etablierte Gegenüberstellung von positiv bewerteter Arbeit und negativ bewertetem Müßiggang reduzieren lassen, sondern häufig gerade das ‚Andere‘ des tätigen Lebens (neben dem Müßiggang auch die Muße und Faulheit) aufwerten oder mit Überblendungen zwischen Formen der Arbeit und Nicht-Arbeit operieren.

Die Beiträge des Bandes erschließen die kultur-, sozial- und ästhetikgeschichtlichen Dimensionen dieser Thematik. Sie suchen die von den Romantikern bevorzugten Inszenierungsräume von Arbeit und Müßiggang auf, zu denen Handels- und Industriestädte ebenso zählen wie der Wald oder die Kahnfahrt; sie betrachten die ästhetischen Eigenzeiten von industrieller Arbeit, Handwerk und Landwirtschaft sowie von Fußreisen und Tagträumen; und sie schaffen Begegnungen mit einem facettenreichen Spektrum romantischer Figuren, die als Fleißige oder Faulpelze, Künstler oder Taugenichtse, Wanderer oder Mittagsschläfer die imaginierten Welten bevölkern.

Mit Beiträgen von Dale Adams, Michael Bies, Mario Bosincu, Elke Brüns, Simon Bunke, Patricia Czezior, Franz-Josef Deiters, Anke Detken, Sabine Doering, Leonhard Fuest, Boris Roman Gibhardt, Uwe Hentschel, Claudia Hillebrandt, James Hodkinson, Tom Kindt, Robert Krause, Claudia Lillge, Fred Lönker, Volker Mergenthaler, Lydia Mühlbach, Ursula Regener, Martin Jörg Schäfer, Monika Schmitz-Emans, Erhard Schütz, Klaus Vieweg, Heide Volkening, Tomasz Waszak, Christiane Weller und Björn Weyand sowie einer ausführlichen Einleitung der Herausgeber [Inhaltsverzeichnis]

Herausgegeben von Claudia Lillge, Thorsten Unger und Björn Weyand.
Paderborn 2017: Wilhelm Fink. Reihe „vita activa“, Bd. 1.

„[Es ist] den Herausgebern gelungen, eine dichte, ungewöhnlich gut systemasierte und trotz der vielen beteiligten Federn in sich kohärente Grundlagenarbeit vorzulegen, noch dazu in einem Themengebiet, das seitens der Literaturwissenschaft bislang unzureichend erschlossen ist. […] Ein Verdienst dieser Publikation liegt fraglos in dem großen ,Rundumschlag‘ durch das behandelte Thema, der mit seinen zahlreichen, methodisch-theoretisch ausdifferenzierten Textzugängen erfrischend divers ausfällt. […] Auch ihrem Anspruch, eine historische Grundierung für gegenwartsliterarische und arbeitskulturelle Tendenzen zu legen, werden die Herausgeber gerecht.“

Sebastian Böck in Zeitschrift für Germanistik, N.F. XXVIII, Heft 2 (2018)

„Overall, this handsome and weighty tome has much to offer scholars of Romanticism as well as those interested in representations of work, idleness, and leisure.“ 

William H. Carter in Goethe Yearbook, Volume 26 (2019), pp. 332-333.

Die Sinnlichkeit der Zeichen //
Zur aisthetischen Dimension von Schrift und Bild bei Roland Barthes

Hat die Semiotik ihre beste Zeit hinter sich? Macht man sich mit den maßgebenden Strömungen der gegenwärtigen geistes- und kulturwissenschaftlichen Forschung vertraut, so fällt es schwer, diese Frage zu verneinen. Wie die Beiträge dieses Themenheftes zeigen, erweist sich die Semiotik jedoch nicht nur als anschlussfähig an aktuelle Diskurse um Präsenz und Aisthesis. Mit dem Œuvre Roland Barthes’ werden diese Aspekte bereits von einem Klassiker der semiotischen Theoriebildung auf vielfältige Weise verhandelt. Das Themenheft möchte auf diese Aspekte in Barthes’ Denken aufmerksam machen und dazu beitragen, seine Schriften für die weitere Diskussion um Semiosis und Aisthesis produktiv zu machen.

Mit Beiträgen von Richard Shiff, Thorsten Gabler, Bettina Lindorfer, Catherine Karten, Katja Schwerzmann, Martin Endres, Carol Jana Ribi, Doris Kolesch, David Magnus, Karin Peters, Markus Rautzenberg, Ulrich Richtmeter und André Reichert sowie einer systematischen Einleitung der Herausgeber [Inhaltsverzeichnis]

KODIKAS/CODE – Ars Semeiotica. An international Journal of Semiotics, 17 (2014) 3–4, Themenheft / Special Issue. 
Gastherausgeber: Elisabeth Birk, Mark Halawa und Björn Weyand.

Warenästhetik //
Neue Perspektiven auf Konsum, Kultur und Kunst

In Revision etablierter kapitalismus- und konsumkritischer Perspektiven beschäftigen sich die Beiträge des Bandes mit der ästhetischen Stimulation, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts von der modernen Warenwelt und dem Massenkon­sum ausgeht. Zur Debatte stehen dabei der künstlerische Wert von Werbekampagnen, Lichtreklamen, Schaufensterauslagen oder Kaufhausarchitekturen ebenso wie die vielgestaltige Rhetorik des Markendiskurses und die literarische und bild­künstlerische Anverwandlung dieser Phänomene. Ergründet wird die eigentümliche Ambivalenz aus Abgestoßensein und Faszination, mit der nicht nur Individuen auf die allgegenwärtigen Verführungsangebote der Warenwelt reagieren, sondern mit der auch die Kunst in Moderne und Post­moderne die lebensweltliche Dominanz der Warenflut zu verarbeiten sucht.

Mit Beiträgen von Eva Illouz, Hans Peter Hahn, Wolfgang Ullrich, Moritz Baßler, Volker Mergenthaler u. a.

Herausgegeben von Heinz Drügh, Christian Metz und Björn Weyand.
Berlin 2011: Suhrkamp. Reihe „Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft“, stw 1964.
[Zur Verlagsseite]

Rezensionen: Das Argument 292 (2011), testcard 21 (2011), Philosophische Rundschau 60 (2013) 2.

Depressive Dandys //
Spielformen der Dekadenz in der Pop-Moderne

In den 1990er-Jahren erlebte der Dandyismus mit den „Popliteraten“ um Benjamin von Stuckrad-Barre und Christian Kracht eine unerwartete Renaissance. In ihrem Buch „Tristesse Royale“ wurde der Begriff kulturtheoretisch und performativ erneuert. Die darin entworfenen Bilder und Argumente durchziehen seitdem die deutschsprachige Popliteratur. Die Autoren dieses Bandes fragen nach neuen Spielformen von Dandytum und Dekadenz. Ist der neue Dandyismus wirklich so unpolitisch, wie er sich gibt? Welcher Formen und Medien bedienen sich die heutigen Dandys? Welche Rolle spielen dabei populäre Kunst und Musik? In welche Traditionslinien schreiben die Autor/innen sich ein? Wie steht es um die Geschlechtsidentität der als verweiblicht geltenden Figur? Gibt es auch weibliche Dandys? Welche Strategien der Selbstvermarktung werden von den Autor/innen verfolgt? Und schließlich: Warum sind die popmodernen Dandys eigentlich so depressiv?

Mit Beiträgen von Günter Erbe, Isabelle Stauffer, Moritz Baßler, Niels Werber, Till Huber, Jörg Döring u.a. [Inhaltsverzeichnis]

Herausgegeben von Alexandra Tacke und Björn Weyand.
Köln/Weimar/Wien 2009: Böhlau. Reihe „Literatur – Kultur – Geschlecht. Studien zur Literatur- und Kulturgeschichte“, hg. von Inge Stephan und Sigrid Weigel, Kleine Reihe, Bd. 26.

Rezensionen: zitty Berlin, mdr Sputnik, Frankfurter Allgemeine Zeitung, literaturkritik.de (10/2010), dandysme.eu.

Faszination //
Historische Konjunkturen und heuristische Tragweite eines Begriffs

Noch nie war so oft von Faszination die Rede wie heute. Gleichwohl haben sich die Kulturwissenschaften bislang kaum eingehender mit dem Begriff der Faszination und seiner Geschichte auseinandergesetzt. Zu Unrecht, denn im Verlauf des 20. Jahrhunderts erlebt die Faszination einen beispiellosen Aufstieg und läuft verwandten Begriffen wie dem ErhabenenInteresseEnthusiasmus oder dem Wunderbaren den Rang ab. Faszination – so die These, die diesem Band zugrunde liegt – ist mehr als nur ein inflationär gebrauchtes Schlagwort der Erlebnisgesellschaft: Sie bildet eine entscheidende Produktivkraft der modernen und postmodernen Kultur. Und sie kann von den Kulturwissenschaften als Schlüsselkategorie für das Verständnis medialer, ökonomischer und künstlerischer Prozesse operationalisierbar gemacht werden.

Mit Beiträgen von Brigitte Weingart, Andreas Degen, Hans Ulrich Seeber, Christer Petersen, Claudia Öhlschläger, Remigius Bunia u.a. [Inhaltsverzeichnis]

Herausgegeben von Andy Hahnemann und Björn Weyand.
Berlin/Frankfurt am Main u. a. 2009: Peter Lang.

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